Timeout für die Liebe

16.05.2019 |

oder unterwegs mit dem lebendigen Gott

Im Februar begann unsere Firmvorbereitung mit dem Jugendgottesdienst unter dem Motto „Timeout“. Es ging darum, eine Auszeit zu nehmen, für mich mit Gott im Alltag. Der noch kommende Jugendgottesdienst soll unter dem Motto „Liebe“ stehen, womit auch schon das Firmmotto „Timeout für die Liebe“ geboren war. Denn zwischen den beiden Jugendgottesdiensten haben wir den Ökumenischen Jugendkreuzweg „Ans Licht“ begangen und er verbindet beide Themen in idealer Weise. Eine Auszeit, ein stilles Betrachten des Leidens und Sterbens dessen, der für uns freiwillig in den Tod gegangen ist.

Eine unvergleichliche Liebestat dessen, der es tut und derer, die es betend aushalten können. Dafür braucht es viel Kraft und eine tragende Gemeinschaft. Beides soll in unserer Firmvorbereitung und im Sakrament der Firmung spürbar werden. Es ist ein Sakrament der Stärkung, dass die Kraft spenden will, Dinge, die nicht zu ändern sind, aushalten zu können und trotzdem in Liebe zu den Menschen und dem Beispiel Jesu folgend gegen Ungerechtigkeiten und Missbrauch aufzustehen und die Stimme zu erheben und Hand anzulegen für die Gestaltung einer besseren Welt für Alle. Das fordert jede und jeden Einzelnen von uns heraus und so ist das Sakrament der Firmung immer Zuspruch und Auftrag zugleich. Der Zuspruch, dass Gott mich, so wie ich bin, schon immer ganz liebend angenommen hat und der Auftrag, diese ganz liebende Hingabe Gottes für andere spürbar werden zu lassen.
In der Emmausgeschichte wird Gott in der Begegnung der beiden Jünger mit einem Dritten und im Sprechen über das, was Jesus gelehrt hat und was sie mit ihm erlebt haben in diesem Dritten lebendig als er das Brot mit ihnen teilt. So beschenkt kehren sie zurück und verkünden die frohe Botschaft: der Tod ist besiegt, Jesus lebt und nun kannst du Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst.
Damit ich mich selber genug lieben kann, braucht es immer wieder Auszeiten, um mir selbst, den anderenund Gott zu begegnen. Das haben wir in den drei Modellen der Firmvorbereitung mit Gruppenstunden, Intensivkurs und Wochenenden versucht. Wir waren miteinander unterwegs, über Gott im Gespräch und haben an vielen Stellen gespürt, dass sein Geist der Liebe auch uns auf unserem Lebensweg begleiten will. Er will, dass unser Leben gelingt und trägt uns durch dunkle Zeiten ans Licht, wenn wir seiner Liebe vertrauen.
So dürfen wir den 94 Jugendlichen und Erwachsenen, die in unserer Seelsorgeeinheit gefirmt werden, weiterhin die Erfahrung des Geliebt- und Getragenseins zur Stärkung ihrer konstruktiven Mitgestaltungskraft in Kirche und Welt wünschen.
Und wenn es mal wieder etwas stressig und schwierig wird, nehmen sie sich ein Timeout für die Liebe, pflegen sie lebendige Beziehungen und versuchen, das Gegenüber durch die liebenden Augen Gottes anzuschauen. Vielleicht wird auch ihnen dann bewusst: Brannte mir nicht das Herz in der Brust als wir miteinander gingen und redeten und immer mehr verstanden wer der Andere wirklich ist?
 
Wolf-Dieter Wöffler
Pastoralassistent