Haben Sie das auch schon einmal erfahren?

Die folgende Legende vermittelt uns eine Erfahrung der besonderen Art, die im übertragenen Sinne Mut oder Trost schenken kann:

„Der Hl. Christophorus (Gedenktag: 24. Juli) nahm eine große Stange in seine Hand statt eines Stabes, darauf stützte er sich im Wasser des Flusses und trug die Menschen alle hinüber ohne Unterlass. Nach einigen Tagen, da er in seiner Hütte ausruhte, hörte er, wie eine Kinderstimme rief: „Christophorus, komm heraus und trage mich hinüber.“ Er stand auf und lief hinaus, konnte aber niemanden finden; also ging er wieder in seine Hütte. Da hörte er die Stimme noch einmal. Er ging wieder hinaus und fand niemanden. Danach hörte er die Stimme zum dritten Mal wie zuvor; und da er hinausging, fand er ein Kind am Ufer, das ihn bat, ihn hinüberzutragen. Christophorus nahm das Kind auf seine Schulter und ging in das Wasser des Flusses. Aber siehe, das Wasser stieg höher und höher und das Kind wurde so schwer wie Blei. Je weiter er schritt, je höher stieg das Wasser, je schwerer wurde ihm das Kind auf seinen Schultern. Christophorus bekam immer größere Angst und fürchtete, er müsste ertrinken. Und als er mit großer Mühe durch den Fluss geschritten war, setzte er das Kind nieder und sprach: „Du hast mich in große Gefahr gebracht, Kind, und bist auf meinen Schultern so schwer gewesen. Hätte ich alle Welt auf mir gehabt, es wäre nicht schwerer gewesen.“ Das Kind antwortete: „Das soll dich nicht verwundern, Christophorus. Du hast nicht allein alle Welt auf deinen Schultern getragen, sondern auch den, der die Welt erschaffen hat. Und damit du siehst, dass ich die Wahrheit rede: nimm deinen Stab und stecke ihn neben deiner Hütte in die Erde. So wird er am nächsten Morgen blühen und Frucht tragen.
Christophorus ging hin und pflanzte seinen Stab in die Erde. Und am nächsten Morgen trug der Stab Blätter und Früchte.“
Mögen uns in Momenten der Prüfungen auch Zeiten der Blüte begegnen.
Auf die Fürsprache des Hl. Christophorus, dem Schutzpatron der Reisenden, wünsche ich allen, die im Sommer auf Reisen sind, eine erholsame Zeit am jeweiligen Urlaubsort.
Stephan Sailer, Pfarrer